14. Oktober 2004: Ouro Preto

Früh morgens um 8 kamen wir, mehr oder weniger erholt, in Ouro Preto an. Die Stadt liegt ziemlich im Gebirge und ist eine ziemlich berühmte und "alte" brasilianische Barockstadt. Nachdem wir uns eine Jugendherbe in unmittelbarer Nähe des Busbahnhofs gesucht und dort ein leckeres Frühstück gratis serviert bekommen hatten, machten wir uns auf, die ungefähr 100 Kirchen  der Stadt (viel weniger waren es nicht) zu Fuß zu erkunden. Die waren auch wirklich hübsch, allerdings wurde es nach der 5 Kirche dann doch allmählich langweilig. Zur Abwechslung gab es noch ein Museum über Tiradentes (einen Freiheitskämpfer der Brasilien von den Portugiesen befreien wollte) und Alejandrinho (oder so ähnlich, das war ein Künstler der Kirchenfiguren geschaffen hat, und nachdem er an Lepra erkrankt war, mit den Füßen weitergearbeitet hat). Außerdem steht in Ouro Preto das älteste noch in Betrieb befindliche Theater Brasiliens. Um der Mittagshitze zu entfliehen, beschlossen wir eine Miene zu besichtigen. Ouro Preto ist nämlich durch Bergbau und Goldfunde reich geworden. Da die Leute damals nicht wussten, was sie mit dem ganzen Gold machen sollten, haben sie es eben in unzähligen Kirchen verbaut. Die Miene jedenfalls, war zwar klein, aber fein. Angeführt von Stefan H. kraxelten wir dort zwischen klitschigen Felsen in den Berg hinein. Nachdem allerdings relativ bald alle beleuchteten Pfade erkundet waren und wir dann doch keine Lust hatten im dunklen Berg verloren zu gehen, machten wir uns auf den Rückweg.
Nach einem Mittagessen im Kilorestaurant, übermannte uns dann die Müdigkeit und wir ließen uns am Fuße einer Kirche (wo sonst) zu einem Mittagsschläfchen nieder. Ich bin auch tatsächlich 2 mal eingeschlafen. Nach dem zweiten Mal hatte sich allerdings die Sonne gedreht und nachdem ich im gemütlichen Schatten eingeschlafen war, wachte ich jetzt in der grellen Sonne auf. Mein Gesicht sah dementsprechend knallrot aus, denn Sonnencreme hatte ich natürlich nur zum Spaß, nicht aber zur Verwendung, in meinem Rucksack mitgeschleppt.
Einige Touristenaktivitäten später, wurde es auch schon dunkel und wir beschlossen ins Kino zu gehen. Dort schauten wir dann den neuen Film mit Tom Hanks an, Terminal, von dem ich angesichts der relativ schlechten Tonqualität erstaunlich viel verstand (englisch mit portugiesischen Untertiteln). Danach legten wir noch ein Abendessen im Hostel ein und gingen beizeiten schlafen.

Der nächste Morgen begann weitaus weniger stressig als der vorige. Stefan hatte sich schon frühmorgens auf den Rückweg nach Itajubá gemacht und wir anderen ließen uns erst einmal ein ausgiebiges Frühstück mit Kuchen schmecken *mjam*. Danach waren wir allerdings relativ unschlüssig, was wir mit der verbleibenden Zeit anfangen sollten. Alle noch nicht besuchten Kirchen lagen außerhalb Reichweite und von der Besichtigung eines naheliegenden Wasserfalls wurde uns auf Grund von immer mal wieder vorkommenden Raubüberfällen abgeraten. Also nahmen wir gegen Mittag den nächsten Bus nach Belo Horizonte.

Fotos zum Ausflug