29. Januar - 05. Februar 2005: La Paz - Auf der ewigen Suche nach dem Schwarzmarkt und Wiedersehen mit Chrissi

Von Rio de Janeiro führte uns der Flieger in 30 Minuten zurück nach São Paulo. Von da aus, nach 1 Stunde Wartezeit auf dem Flughafen, starteten wir dann zum zweiten Mal, diesmal wirklich nach La Paz. Schon vorgewarnt, dass uns das Höhenklima eventuell nicht bekommen würde, tranken wir relativ viel im Flugzeug und verzichteten auf gar zu schweres Essen. Schon kurz vor der Landung wurde mir ziemlich warm und mein Gesicht wurde glühend rot. Als wir dann ausstiegen, fühlte ich mich seltsam benommen. Am Flughafen wartete schon Christiane, die seit Ende Januar ein Praktikum in La Paz macht, mit einem Empfangskomitee von zig Bolivianern die sangen und tanzten, vermutlich aber nicht für uns ;-). Mit dem Taxi ging es von El Alto (was über 4000m hoch liegt) in den Talkessel der Stadt hinunter. Hier bot sich uns ein erster wunderbarer Ausblick auf die Stadt. Die erste Hürde waren die Treppenstufen an Christianes Haus. Nach etwa 5 Pausen und schnaufend wie ein altes Weib, erreichte ich die Küche, wo uns erst einmal ein Mate de Coca (Kokatee) gereicht wurde. Später fuhren wir zum Hostel El Solario, welches uns von den beiden Stefans empfohlen wurde. Für 2,50 € die Nacht haben wir nicht viel erwartet, aber es war ein ziemlich nettes Backpacker Hotel, sauber und mit Duschen mit warmen Wasser. Abends wollten wir eigentlich noch mit Christiane und ihren Freunden zu einem typisch bolivianischen Fest gehen, doch nachdem wir schon um 6 abends saumüde waren und schlafen gegangen sind, fiel das dann aus.
Am nächsten Tag ging es zu einem großen Markt, wo es jede Menge Krempel zu kaufen gab. Typisch sind hier vor allem kleine Miniaturfiguren von allem was man sich wünscht. Und wenn man beispielsweise ein Miniauto, Minihaus oder ein Minidiplom kauft, dann soll sich dieser Wunsch im nächsten Jahr erfüllen. Da ich dort aber nichts gekauft habe, werde ich wohl nie herausfinden, ob es funktioniert oder nicht. Später am Tag fuhren wir noch zum Stadtzentrum. Rund um die Calle Sagarnaga gibt es jede Menge Touristen Shops. Weiter oben beginnt dann der richtige Markt. In La Paz scheint es Supermärkte und Kaufhäuser nur sehr selten zu geben. Alles was man braucht, ob Nudeln, Schuhcreme, Fleisch, Klamotten, Schuhe, Spielzeug, Handtücher, Töpfe, Farben oder gefälschte CDs. Alles kann man hier an kleinen oder großen Ständen auf der Straße kaufen. Nachdem wir am Vortag die Stefans in unserem Nachbarzimmer getroffen hatten und ich erfuhr welche tolle Sachen man auf dem Schwarzmarkt kaufen kann (gefälschte Adidas Jacken *lechz*), hatte ich mir in den Kopf gesetzt den Schwarzmarkt zu finden und dort den Traum von einer braunen Adidas Jacke zu verwirklichen. Leider liefen wir an diesem Tag ziemlich erfolglos durch die Gegend. Am Abend waren wir ziemlich müde, dazu kamen noch Kopfschmerzen, bzw. Nasenschmerzen von den ganzen ekligen Abgasen in der Stadt. Für den nächsten Tag hatten wir einen Ausflug zum Chacaltaya, einem ziemlich hohen Berg, und dem nahe der Stadt liegenden Mondtal gebucht.
Am Dienstag machten wir einen Stadtrundgang. Allerdings gab es, im Vergleich zu anderen Städten, in La Paz nicht wirklich viel zu sehen. Ein paar Museen, die jedoch alle geschlossen waren, ein paar hübsch anzuschauende Regierungsgebäude und eine Kirche im Stadtzentrum. Mit dem Stadtrundgang waren wir schnell durch. Anschließend gab es ein leckeres Mittagessen in einem China Restaurant: Portionen mit denen man 3 Leute hätte satt bekommen und zu einem durchaus akzeptablen Preis (etwas mehr als 2 Euro ;-)). Für den nächsten Tag buchten wir einen Ausflug in die Yungas, die Death Road entlang nach Coroico.
Am Donnerstag Abend kehrten wir von diesem Ausflug zurück. Leider hatte ich mal wieder Bekanntschaft mit zu vielen Moskitos gemacht und meine Beine juckten wie blöde. Für den letzten Tag in La Paz buchten wir schließlich noch einen Ausflug nach Tiwanaku, einem archäologischen Platz mit vielen Ruinen und Figuren aus Vorinkazeiten und dem bekannten Sonnentor, über welches schon Erich von Däniken berichtet hat. Freitag Abend gab es dann noch ein letzten gemeinsamen Kokatee mit Christiane und wir verabschiedeten uns vorerst für die nächste Woche. Samstag früh ging dann unser Flieger nach Cuzco, Peru.